"Und gibt es auch Kunden, an die man nicht gern verkauft?"

"Und gibt es auch Kunden, an die man nicht gern verkauft?"

Richard Spitzner und Stefan Nagel filmen in Berliner Galerien
21.08.
Eine Arbeit von Clegg & Guttmann in der Galerie Nagel Draxler
Eine Arbeit von Clegg & Guttmann in der Galerie Nagel Draxler
  • Eine Arbeit von Clegg & Guttmann in der Galerie Nagel Draxler
  • Richard Spitzner filmt den Berliner Galeristen Alexander Koch
  • Filmaufnahmen in der Berliner Galerie Nagel Draxler
  • Stefan Nagel und Richard Spitzner im Tonstudio von Ajani
  • Filmaufnahmen in der Berliner Galerie Nagel Draxler
  • Alexander Koch im Interview mit Richard Spitzner
  • Richard Spitzner und Stefan Nagel mit Alexander Koch
  • Reisegruppe mit Ausblick - bei KOW Berlin

"Was kostet denn dieses Bild?" Der Galeriemitarbeiter der Berliner Galerie Nagel Draxler nennt den Preis. Dem Gefühl nach ist er nicht unbedingt gering. Das Bild ist ein Rechteck aus vier Metalltafeln, von weitem kühl und unnahbar, von nahem fast eine Zeichnung trotz des malerischen Formats, weil die Künstlerin Anna Fasshauer mit dem Schleifer Schraffuren wie übergroße Filzstiftstriche darauf angelegt hat, unpompös und leicht. Die nächse Frage liegt auf der Hand, wenn man sich den Wert erklären will. "Wie lange braucht man für so ein Bild?"

Richard Spitzner und Stefan Nagel fragen sich auf diese Weise durch den Kunstbetrieb. Sie machen mit zwei anderen fünfzehnjährigen Schülern vom Pritzwalker Goethe-Gymnasium, Jeremy-Lee Roeper und Moritz Zacharias, eine Langzeitdokumentation. Drei Monate lang dokumentieren sie unter der Leitung des Filmemachers Jean Boué die "Sieben Künste von Pritzwalk". Am Ende wird ein Film entstehen, der in Pritzwalk und Potsdam gezeigt werden soll. Ausschnitte davon präsentieren sie bereits am Abschlusswochenende der "Sieben Künste" Anfang September dem Publikum.

Neben der Galerie Nagel Draxler besuchen sie die Galerie KOW Koch Oberhuber und Wolff. Die Fragen versuchen immer wieder, den Alltag im Kunstbetrieb beschreibbar zu machen. Wie verbringt en Galerist seinen Tag? Wie sind Sammler so, die derart viel Geld für Kunst ausgeben? Woher tauchen sie auf? Gibt es auch solche, denen man weniger gern als anderen Kunst verkauft, die doch "gesellschaftlich etwas bewegen soll", wie Alexander Koch erklärt? Immer wieder der Wert: Welcher Preis? Aber die beiden haben keine Vorurteile. Sie fragen nüchtern. Interessiert. Wieso wird man Galerist? Sind Künstler entspannt oder besorgt, vielleicht schwierig im Umgang? Wo ist das Lager der Galerie? Was geschieht mit Kunst, die nicht verkauft wird?

Bei Nagel Draxler lassen sie sich noch schnell eine Arbeit von Clegg & Guttmann, den Künstlern des Sieben Künste-Projekts, auspacken. Langsam kommt sie zum Vorschein. Ein Portrait. Komische Sache, sich das Bild eines fremden Mannes zu kaufen und dann an die Wand zu hängen, überlegt Stefan Nagel, nicht verwandt mit dem Galeristen. Dann geht es weiter ins Tonstudio von Ajani, der bürgerlich Kirk McDowell heißt, sehr bürgerlich in einer Zehlendorfer Wohnung arbeitet, und dort den Pritzwalk-Song aufnimmt, den Ono Ngcala mit Yves-Dominique Snelinski (13), Paul Tews (11) und Justin Drews (12) getextet hat. Die beiden Filmer dokumentieren die Arbeit, hören manchmal nur zu, zeigen Anerkennung für die disziplinierte Arbeit am Song und rücken immer wieder mit der Kamera an das Geschehen heran, behutsam aber, lieber mehr Distanz als zu wenig, Raum scheint ihnen wichtig zu sein beim Bildermachen.

Gute Voraussetzung, so viel Respekt. So viel Aufmerksamkeit. Das ist Pritzwalk. Es macht Eindruck auf Alexander Koch, auf Ajani. "So viel Talent" sagt der Musiker, der mit Seeed, Peter Fox, Patrice, Samy Deluxe, Fanta4 und Max Herre zusammengearbeitet hat. "Macht weiter so..." Das muss man eigentlich als Auftrag nicht nur an die fünf Schüler, sondern an uns alle, die Sieben Künste und ganz Pritzwalk verstehen.

Aktuell

Werk von Harms Cyrill Bellin.
10.08. bis 07.09.
Eröffnung: 
Samstag, 9. Aug - 20:00
Jens Wegner: Kleinbahnmuseum Lindenberg
17.08. bis 07.09.
Eröffnung: 
Samstag, 16. Aug - 18:00
Kopf von Bernd Streiter und Porträts von Gerhild Grolitsch
24.08. bis 14.09.
Eröffnung: 
Samstag, 23. Aug - 14:00
Jost Löber zu Gast in Pritzwalk
Eröffnung: 
Freitag, 5. Sep - 19:00
05.09. bis 07.09.
Eröffnung: 
Freitag, 5. Sep - 14:00