WIR - Worauf es ankommt in einer Stadt

WIR - Worauf es ankommt in einer Stadt

Prignitzer Künstler in Pritzwalk
24.08. bis 14.09.
Eröffnung: 
Samstag, 23. Aug 2014 - 14:00 Uhr
Kunstladen (Marktstraße 35)
Kopf von Bernd Streiter und Porträts von Gerhild Grolitsch
Kopf von Bernd Streiter und Porträts von Gerhild Grolitsch
  • Kopf von Bernd Streiter und Porträts von Gerhild Grolitsch
  • Während der Eröffnung
  • Installation von Hannah-Deborah Gramentz
  • Installation und Wandbild von Jost Löber, Bilder von Kerstin Kurtz
  • Werke von Detlef Glöde, Chady Seubert und Klaus Siegmund
  • Ausstellungseröffnung: Appell für mehr Miteinander
  • Blick in die Ausstellung
  • Tisch aus Deckenpanelen der Tuchfabrik von René Bartl
  • "Arbeitsprobe" von Horst Kontak (li.) neben Torso von Klaus Siegmund.
  • Werke von Detlef Glöde und Chady Seubert
  • Während der Eröffnung
  • Arbeiten von Gerhild Grolitsch, Regina Gerth und Jost Löber
  • Leben in der Marktstraße
  • Werke von Detlef Glöde und Marlies Teschendorf
  • Bei der Hängung der Wolfspfad-Serie von Dorothea Beckmann
  • Mediterrane Szenerie: Beim Wein in der Marktstraße
  • Künstler und Publkum mischen sich
  • Blick auf Werke von Klaus Siegmund, Bernd Streiter, Gerhild Grolitsch und Jost Löber
  • Während der Einführung
  • Eröffnungsszenen bei den Sieben Künsten
  • Roland Scheikowski in Pritzwalk
  • Auffallend lebendig: Publikum vor dem Ausstellungsraum
  • Kunst entspannt

Worauf kommt es denn nun an in einer Stadt? Hängt irgendwo ein Slogan, eine Anleitung, eine Geheimformel zwischen den Bildern und Skulpturen der Abschlussausstellung der "Sieben Künste"? Der Untertitel der Ausstellung scheint eine Lösung zu versprechen, als wüssten Künstler und Kultur mehr als die anderen. Sind die Ausstellungsmacher und Künstler gar Besserwisser?

Keineswegs. Die Antwort liegt schon in der Überschrift. "WIR" ist die Frage und die Lösung. "WIR" fängt immer bei uns selber an. Und das zeigt auch die Ausstellung, die 13 verschiedene Künstlerinnen und Künstler mit 36 Arbeiten in einem Raum vereint, der immer mehr zum Kunstverein wird, aber natürlich noch immer keine Museumsbedingungen bietet. Das Licht ist ungleich verteilt. Hier und da hängt ein Heizkörper im Blickfeld. Der Nebenraum mit Hannah-Deborah Gramentz Installation ist improvisiert und noch unsaniert. Vor allem aber bilden sich hier Nachbarschaften völlig unterschiedlicher Werke, Biografien, Karrieren, Preise. Hier hat nicht der Kurator eine große, einheitliche Ausstellungslösung gesucht, sondern hier hat eine Patchwork-Familie Prignitzer Kreativer ihr Zusammenwirken demonstriert. Trotz der Fülle mit Abstand und Luft gehängt, kommentieren sich die Arbeiten hier und dort. Es verbindet sich aber auch das Verschiedenartige im freundschaftlichen Kontrast. Es kommt auf das Wir an, auf das Erlebnis für das Publikum, auf die Demonstration der Vielfalt, auf die Integration statt auf Abgrenzung.

Und ist das nicht doch ein Rezept. Sehr grundsätzlich, sehr einfach, sehr leicht zu merken, sehr überzeugend, wie Kunst uns eben manchmal eine Perspektive aufzeigen kann. Mehr WIR. Zu schlicht? Zu einfach?

Es ist das Vorrecht der Kultur, gelegentlich an einfache Erkenntnisse zu erinnern. Wir würden unter Sachzwängen, Strategien, Zahlen, Fakten und anderen unwiderleglichen Umständen begraben, wenn Künstler nicht gelegentlich trotzig dagegen aufbegehren würden und darauf hinweisen würden, dass beim Malen eines Bildes, bei der Arbeit an einer Skulptur Sachzwänge und Detailfuchserei nichts gelten. Es kommt auf eine Vorstellung an, auf ein Ziel, auf eine Vision. Aber die Vision realisiert sich in kleinen Schritten, Schritt für Schritt. Nur jedoch, wenn man die Idee nicht völlig aus den Augen verliert.

Wie belebt sich nun eine Innenstadt? Durch Warten auf die perfekte Lösung, den alles ändernden Plan? Durch Kapitulation vor den Zwängen? Durch die Verschiebung der Mitarbeit bis zur Erfüllung der Gewinnschwelle?

An das WIR zu glauben, mag eine Forderung sein, die nach Pathos riecht. Verdächtig ist. Kein Geld in die Kassen spült. Aber hätten die 13 Künstlerinnen und Künstler auf den perfekten Kunstverein, die ideale Beleuchtungstechnik gewartet, gäbe es jetzt keine Ausstellung in Pritzwalk. Sieben Ausstellungen in drei Monaten, das macht außer bei den "Sieben Künsten" niemand. Da entsteht also auch mal Chaos. Mißverständnisse treten auf. Fehler werden gemacht. Die Ausstellung aber ist ein grandioses Erlebnis der Vielfalt in der Region und der Bereitschaft zum Zusammenspiel. Das pefekte Licht kommt später. Künstler übernehmen selbst einmal die Bewachung. Wichtig ist, dass die Kunst zu sehen ist, die Marktstraße lebt, die Innenstadt zeigt, wie wir miteinander ins Gespräch kommen. Ohne Strategieplan, ohne Abgrenzung.

Worauf also kommt es an in einer Stadt. Die 13 Teilnehmer der Ausstellung sagen: Auf uns.

 

Mit Arbeiten von Dorothea Beckmann, Andreas Dorfstecher, Regina Gerth, Detlef Glöde, Hannah-Deborah Gramentz, Gerhild Grolitsch, Horst Kontak, Kerstin Kurtz, Jost Löber, Chady Seubert, Klaus Siegmund, Bernd Streiter, Marlies Teschendorf

Aktuell

Werk von Harms Cyrill Bellin.
10.08. bis 07.09.
Eröffnung: 
Samstag, 9. Aug - 20:00
Jens Wegner: Kleinbahnmuseum Lindenberg
17.08. bis 07.09.
Eröffnung: 
Samstag, 16. Aug - 18:00
Kopf von Bernd Streiter und Porträts von Gerhild Grolitsch
24.08. bis 14.09.
Eröffnung: 
Samstag, 23. Aug - 14:00
Jost Löber zu Gast in Pritzwalk
Eröffnung: 
Freitag, 5. Sep - 19:00
05.09. bis 07.09.
Eröffnung: 
Freitag, 5. Sep - 14:00