Ono Ngcala: Hip Hop Workshop & Konzert

Ono Ngcala: Hip Hop Workshop & Konzert

Eröffnung: 
Freitag, 25. Jul 2014 - 13:00 Uhr
Musikladen (Marktstraße 39)
Ono Ngcala beim Konzert in der Marktstraße
Ono Ngcala beim Konzert in der Marktstraße
  • Ono Ngcala beim Konzert in der Marktstraße
  • Yves mit Ono nach dem Konzert
  • Rap-Freunde unter sich
  • Im Musikladen der Sieben Künste - Ono Ngcala
  • Arbeit am Text. Workshop mit Ono Ngcala.
  • Besucher des Konzerts
  • Kostproben des Könnens.
  • Gute Stimmung auch draußen
  • Diskussionsstimmung
  • Gute Stimmung auch draußen
  • Ono rappt einen eigene Text
  • Paul mit Ono nach dem Konzert
  • Gerrit Gohlke und Ono Ngcala
  • Auf dem Weg zum Workshop

Und dann kamen sie, High Noon, über den Marktplatz, Fahrräder an der Hand, lange Blicke. Nur das Interesse nicht zu deutlich vor sich her tragen. Yves-Dominique, Paul, Justin und Jan. Eigentlich müsste der Workshop schon angefangen haben, aber wer zu früh kommt, weiß nicht, wer am Ende alles drinnen sitzen wird. Es sitzt aber niemand drinnen, es sitzt Ono Ngcala vor der Tür, dessen Karriere als Rap-Musiker schon in den 1990er-Jahren begann, als er mit sechs Freunden die Musikgruppe 'Walkin' Large Like Bigfoot' (später Walkin' Large) gründete. 1994 die erste Single, ein Erfolg. 1995 die zweite Single, bald darauf der erste Vertrag mit einem großen Label, 1999 dann in rascher Folge zwei Alben mit so renommierten Gästen wie The Roots, J-Live oder Brooke Russell. Ngcala wurde von Legenden wie Bootsy Collins oder Mellow Bag als Gastsänger und -rapper gebucht. Fernsehmoderator war er auch, heute macht er Soloalben und gehört immer noch zu DATA MC, deren Mitgründer er war (mit San Gabriel und Walera).

Sehen die Jugendlichen ihn als Urgestein der Musikszene? Bewundern sie seine Rap-Kompetenz, seinen Umgang mit Größen des Geschäfts, wenn er für Seeed textet, in Studios ein- und ausgeht? Für die Sieben Künste von Pritzwalk hat Ngcala einen Textworkshop angeboten, in dem er eigenen Erfahrungen weitergeben will, und der ihm wichtiger als sein abendliches Konzert in der Marktstraße zu sein scheint. Die vier Kids aus Pritzwalk und Wittenberge wollen mit ihm texten und er macht es ihnen leicht. Man sitzt vor der Tür und redet sich über Lieblingsmusik warm, das Leben in Pritzwalk, und wie Texte entstehen, die immer von der eigenen Erfahrung handeln müssen, das steht für Ngcala fest. Das verlangt er den vieren dann ab. Er sagt es ihnen als Auftrag, und nachdem sich die Gruppe vom Marktplatz in die Bibliothek des Sieben-Künste-Projekts verlegt hat, gibt es keine Ausflucht. "Vier Zeilen", sollen sie schreiben, mit Bleistift und Papier, analoge Praxis zwischen den Büchern, "darüber, wer ihr seid."

Das passiert dann auch. Die Zeilen kommen langsam. Die zu schnell auf dem Blatt stehen, passen manchmal nicht zueinander, brauchen Nacharbeit. Textwerkstatt klingt einfach, ist aber Schwerstarbeit. Und wer den Flow, den Rhythmus des Gangster-Rap bewundert, muss auf dem Papier den Flow bauen wie ein Architekt sein Haus. Erfahrungssache vielleicht, vor allem Genauigkeitssache. Und Yves-Dominique, Paul, Justin und Jan sind sehr genau. Je genauer ihr Mentor zuhört, desto entscheidender das einzelne Wort. Er gibt ihnen nichts vor und nimmt niemandem etwas ab. Er fragt und lobt, manchmal gibt es auch etwas zu Lachen, aber die Pointen entstehen von selbst. Er legt Sounds auf, produziert sozusagen den Hintergrund, spielt Rhythmen ein und Stimmungen, macht die Arbeit geschmeidiger, aber wer da etwas sagt, wie es ist in Pritzwalk über sich selbst nachzudenken, sind Yves-Dominique, Paul, Justin und Jan.

Später gibt Ono Ngcala im Musikladen der Sieben Künste ein umjubeltes Konzert, beste Stimmung, wenig Hip-Hop oder Rap, viel Soul und gute Laune und ein Publikum, das so ziemlich jede Altersgruppe umfasst und Hohn auf jedes Zielgruppendenken ist. In der Pause entsteht der Gedanke, die vier Jugendlichen nach Berlin einzuladen und einen Pritzwalk-Song aufzunehmen. Ein großes Projekt als Lohn für die Hingabe an den Text. Und an den Rhythmus. Und ein Hinweis darauf, wie viel Raum eine Stadt hat für Talent, und wie sehr sie für diesen Raum Räume braucht. Schwer vorstellbar, das jemand, der Yves-Dominique, Paul, Justin und Jan performen hört, daran irgendeinen Zweifel haben könnte.

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