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Liebe Pritzwalkerinnen, liebe Pritzwalker,

Pritzwalk, den 16. Mai 2014

dieser Brief ist eine Einladung. Wir sind zwei Künstler und schon oft haben wir zu Ausstellungen eingeladen. Diesmal aber laden wir Sie dazu ein, selbst eine Ausstellung herzustellen – und damit Ihre Stadt zu verändern. Wenn Sie mitma- chen, können wir gemeinsam ein großes Porträt von Pritzwalk schaffen. Dieses Porträt soll nicht nur hier in Pritzwalk, sondern weit darüber hinaus zeigen, wie lebendig und kreativ diese Stadt ist. Wir wollen zeigen, dass Pritzwalk, wenn es zusammenhält, seine Innenstadt wiederbeleben kann. Gemeinsam mit Ihnen wollen wir beweisen, dass auch eine schrumpfende Stadt kreativ sein und Zusammenhalt zeigen kann.
In diesem Brief sagen wir Ihnen, wie das geht.

Dabei geht es nicht um ein Rezept für die Lösung aller Pritzwalker Probleme. Kunst kann nicht zaubern. Bis uns eine Gruppe Pritzwalker Bürger gefragt hat, ob wir mit unserer Kunst helfen könnten, die Innenstadt lebendiger zu machen, sind wir noch nie in Ihrer Stadt gewesen. Doch wir glauben, dass auch eine Stadt, in der viel über Schrumpfung und den Wegzug der Jüngeren geredet wird, nicht nur Ängste und Zweifel, sondern ebenso viel Kreativität und Optimismus hat. Diesen Optimismus soll das Porträt, für das wir Ihre Hilfe brauchen, sichtbarer machen.

Dabei ist eines wichtiger als alles andere: Wir glauben, dass das Bild einer Stadt wie Pritzwalk nicht anderswo gemacht werden sollte. Es sollte nicht aus Wirtschaftsdaten oder politischen Planungen bestehen. Die Stadt muss selbst darüber entscheiden, wie sie wahrgenommen wird. Wir wollen deshalb in sieben leerstehenden Geschäften der Innenstadt zei- gen, wie vielseitig das Bild dieser Stadt ist. Wir wollen zeigen, wie viel es über Pritzwalk zu sagen gibt, wenn die Pritz- walker selbst zu Wort kommen. Und wir wollen zeigen, dass die Innenstadt eine Zukunft hat, wenn alle zusammen sich entscheiden, die Leere wieder zu füllen.

Was können Sie tun? Sie müssen nicht Künstler sein. Auf der Rückseite dieses Briefes, den Pritzwalker Schüler Ihnen in den Briefkasten gesteckt haben, finden Sie einen Fragebogen. Füllen Sie ihn aus und sagen Sie uns, was in den sieben Geschäften in der Innenstadt einen Sommer lang geschehen soll. Geben Sie den Fragebogen dann im Café der 7 Künste in der Marktstraße 21 ab oder schicken Sie ihn uns zu. Sie können den Fragebogen auch auf www.7kuenste-pritzwalk.de ausfüllen. Einzige Voraussetzung: Ihr Vorschlag muss mit einer von sieben Künsten zu tun haben. Musik, Kunst, Film, Sprache, Tanz, Theater und Mode – jedes Geschäft ist einer Kunst gewidmet.

Sind Sie Handwerker und können dem Theaterladen helfen, ein Stück auszustatten? Schreiben Sie ein Blog und haben eine Idee, wie mehrere Interessierte, den Sprachladen nutzen können? Sind Sie Schneider und könnten im Modela- den einen Modeworkshop machen? Haben Sie vielleicht eine Idee, die Sie selbst gar nicht umsetzen können, die aber vielleicht von anderen realisiert werden könnte? Wissen Sie, was später aus den Läden werden könnte? Wollen Sie uns unterstützen und wissen nicht wie, haben aber Lust mit uns in Kontakt zu treten?

Es gibt dabei keine falschen Ideen. Jeder Gedanke, jedes Angebot hilft weiter. Wir sind keine Jury und geben keine Noten. Es geht am Ende um – ein Porträt. Um ein Selbstporträt Pritzwalks, bei dem wir helfen wollen.
Als Künstler haben wir unser Werk vor vielen Jahren mit Porträts begonnen. Die Sieben Künste von Pritzwalk dagegen sind für uns so neu wie für Sie.

Beginnen Sie jetzt Ihr und unser erstes Stadt-Selbstporträt. Wir grüßen Sie herzlich und freuen uns sehr auf eine Nachricht von Ihnen.

Michael Clegg
Martin Guttmann